Fazit:
Qualitativ hochwertiger und umfassender Reiseführer
für ganz Italien. |
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Voll auf der Höhe der Zeit präsentiert sich der runderneuerte
Baedeker-Klassiker "Italien". Aufgearbeitet sind die extraordinären
Hochwasser vom Herbst 2000 mitsamt der zugehörigen
Klima-Problematik wie auch die Untaten der neapolitanischen
Mafia, die es anno 2000 in nur 2 Wochen auf 15 erschoessene
Mitbürger brachte.
Guiseppe Verdi, 2001 hundert Jahre tot und darum derzeit
aktueller Italiener, zieht seine Musikkultur-Spur von der Mailänder
Scala bis zur Arena von Verona und setzt den Schlusspunkt unter
das Kapitel Berühmte Persönlichkeiten
hinter Zelebritäten wie Lucrezia Borgia, Casanova, Galilei
und Peggy Guggenheim.
Etliche Jahrtausende europäischer Geschichte seit
Ötzi, dem ältesten Italiener, bietet Baedeker auf
fast 800 Seiten im Taschenbuch-Format komplex wie kein anderer
Reiseführer dar. Anhand von 25 vielfach verknüpften
Routenvorschlägen, zumeist auf landschaftlich und
kulturhistorisch interessanten Nebenstrassen, kann jedermann
seine Touren bereits zu Hause nach seinen Vorlieben präzise
planen, damit viel Zeit sparen und vielleicht sogar eine sinnvolle
Auswahl unter den 3.000 Museen Italiens treffen.
Etliche Baedeker Specials bewahren vor Fehlgriffen,
etwa beim Wein oder Olivenöl. Unter Praktische Informationen
findet sich sogar ein Führer durch die regionalen Küchen
von Südtirol bis nach Sizilien und Sardinien.
Ausgesprochen hilfreich erweisen sich eine Fülle von Baedeker-Tipps
an passender Stelle im Text. Hier eine kleine Auswahl:
An der Ausländer-Uni in Perugia kann italienisch
in vier Wochen gelernt werden (8.000 Studenten aus 100 Ländern
machen jährlich davon Gebrauch).
Mailands Innenstadt dagegen ist Italiens Shopping-Paradies.
Liebhaber schneller Autos finden in Maranello, wo 1.900 Menschen
jährlich nur 3.500 Ferraris bauen, jede Menge Souvenirs.
Auch Details werden nicht ausgespart:
Die angeblich begehrtesten Seidenkrawatten kauft
man bei Maestro Marinella in Neapel, den besten "echten" Mozzarella
(aus Büffelmilch) gibt es bei Paestum, weiße Trüffel
handelt man in Alba - für 2.000 EURO je Kilo.
Breiten Raum nimmt natürlich die Antike ein. Das
im Jahr 79 bei einem Vesuv-Ausbruch im Aschenregen untergegangene
und noch immer nicht ganz ausgebuddelte Pompeji lässt
sich am besten von einem Heißluftballon aus 150 Meter
Höhe betrachten.
Auf ebener Erde empfiehlt der Baedeker einen neu angelegten
Rundweg über die Stadtmauer um die Ruinenstadt. In Strassen
und Gassen weist er den Weg zu Tempeln und Kunststätten
wie auch in den römischen Alltag zu Villen, Wohnhäusern,
Handwerksbetrieben und Bordellen. Für die 26.000 Einwohner
Pompejis gab es davon immerhin 20.
Die beiligende Reisekarte beinhaltet Italien mit seinen Inseln
im Maßstab 1:850.000.
(Copyright © 2001 Mairs Geographischer
Verlag)
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