Fazit:
Ein Update, das man wirklich lesen sollte. |
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Als Florian Illies vor drei Jahren Generation Golf vorlegte,
glaubte er, es werde künftig keine weitere Generalinspektion
seiner Jahrgänge anstehen, denn "Veränderungen wird die
Zukunft kaum bringen". Doch weit gefehlt! Denn plötzlich
ist sie da, die Krise: die kranke Weltwirtschaft, der 11. September
und die ersten Falten. Und sie hat das Lebensgefühl der um 1970
Geborenen entscheidend verändert – sie müssen also erneut durch
den TÜV.
Die Golfer sind aus ihrem Schönheitsschlaf gerissen worden,
reiben sich nun verwundert die Augen über die eigene Naivität
und bekennen: "Ich könnte mir vorstellen, auch mal was
anderes zu machen."Nur was? Was sollen sie bloß in der
Zeit machen, in der sie früher über Aktienkurse sprachen? Wie
wäre es mit einem Generationenkonflikt? Nichts schwerer als
das, stellt Illies erstaunt fest. Denn seine Altersgenossen
müssten das ja erst mit den Eltern beratschlagen.
Illies konfrontiert uns in Generation Golf zwei mit der Quarterlife
Crisis dieser so unentschiedenen Generation. Doch er stimmt
dabei nicht in das allgemeine Klagelied ein. Die meisten seiner
Altersgenossen haben das Gejammer sowieso längst satt und wollen
endich wieder über sich selbst lachen. Humorvoll serviert er
seine scharfen Beobachtungen und liefert uns so einen aktuellen
Verkehrsbericht über die glamourösen Neunziger und die jetzt
folgenden Crashtests.
Auch wenn der zweite Teil vom Stil her an den Vorgänger
erinnert, liegt mit Generation Golf zwei eine lesenswerte
Aktualisierung der Situation vor. Doch auch gerade der fast
unveränderte Stil macht dieses Buch wieder zu einem Hit.
Florian Illies, 1971 geboren, lebt als Autor in Berlin.
Er war Leiter der Berliner Seiten der FAZ und des Feuilletons
der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Bisher erschienen
von ihm die Bestseller Generation
Golf (2000) und Anleitung
zum Unschuldigsein (2001).
(Copyright
© 2004 lesewelt.de)
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