Fazit:
Wie weit ist Genmanipulation schon selbstverständlich?
- der Autor äußert Skepsis zur derzeitigen
Situation. |
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Die Entwicklung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften in den
letzten Jahren hat einiges deutlich gezeigt: die Gentechnik
greift massiv ins Leben ein und verändert es. Sie schafft
Tatsachen.
Die zahlreichen Neuerungen aus den Genlabors - man denke an
geklonte Schafe, an floureszierende Mäuse oder an Anti-Matsch-Tomaten
- zwingen uns bisherige Vorstellungen von der Normalität
gewisser Vorgänge in der Natur zu überdenken.
Die durch die Gentechnik aufgeworfenen Fragen sind nicht nur
von theoretischem Interesse, sie erfordern vielmehr eine konkrete
Auseinandersetzung. Aber selbst wer sich keine Meinung bilden
mag, kommt nicht umhin, Alltagsbeschwerden zu treffen, bei denen
die Gentechnik eine Rolle spielt.
Schwangere werden von Ärzten auf die Möglichkeiten
der pränatalen Gendiagnostik hingewiesen, Konsumenten sind
mit dem Angebot genbehandelter Lebensmittel konfrontiert, Zuckerkranke
werden vor die Wahl gestellt, sich gentechnisches oder konventionell
hergestelltes Insulin zu spritzen.
Bei vielen Kritikern der Gentechnik ist aus pauschaler Ablehnung
eine pragmatische Abschätzung geworden, und ehedem glühende
Befürworter dieses neuen Wissenschaftszweiges sehen nicht
mehr nur die Chancen, sondern auch die Risiken.
Werner Bartens macht deutlich, was bereits alles möglich
ist, aber auch, welche Schwierigkeiten, überzogene Erwartungen
und falsche Prophezeiungen sich hinter manchem Projekt verbergen.
Es ist nicht zu verleugnen, daß die Gentechnik immer nachhaltiger
in unser Leben eingreift und es verändert: Gene aus Tiefseefischen
werden in Kartoffeln eingepflanzt, um diese unempfindlich gegen
Kälte zu machen; Untersuchungen an Embryonen erleichtern
den Weg zur Entscheidung, krankes oder behindertes Leben vor
der Geburt zu beenden; Mikroben werden genmanipuliert, damit
sie nach Tanker-Havarien ausgeflossenes Erdöl fressen können.
Und immer häufiger erfährt die Öffentlichkeit
von gefährlichen Versuchen verantwortungsloser Wissenschaftler,
Menschen zu klonen.
Der Autor, selbst einige Jahre in der Grundlagenforschung tätig,
zeigt, wie weit die Genmanipulation bereits zur puren Selbstverständlichkeit
geworden ist, und äußert seine Skepsis, ob es überhaupt
noch eine realistische Möglichkeit gibt, sie unter Kontrolle
zu halten.
(© 1999 Blessing Verlag)
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