Fazit:
Weltklasse Dramaturgie des kleinen Mannes! |
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Mit Whisky
im Glas läßt sich das armselige Leben besser darstellen
- auch auf der Bühne. Bei Heiner Müller wurden die
Probleme der Arbeiterschaft auf die Bretter der Welt geholt.
Dezent, aber nicht phantastisch entwirft er Bühnenbilder.
Sein Leben war lange Zeit vom Gerichtsvollzieher geprägt,
doch lebte er "hüben und drüben" in beiden deutschen
Zonen. Man bezeichnet Müller als einen "Grenzgänger"
deutscher Kultur, der die sozialistische Utopie gerne in Erinnerung
behielt und gleichzeitig von ihrem Scheitern erzählte.
Neben Brecht und Dürrenmatt ist Müller einer der
bedeutendsten deutschen Dramatiker. Aber seine geschichtslose
Darstellung des Millieus ist auch umstritten.
Müllers Formel vom "Krieg ohne Schlacht" setzt der Autor
Hauschild gekonnt um und nimmt damit Abschied von der Feldherren-Position
Müllers; so die Financial Times.
Im vorliegenden Band erfährt der Leser über das
Schaffen am Gorki-Theater, dem Berliner Ensemble oder seiner
Schultheatergruppe.
Der Autor hat u.a. auch über Georg Büchner und Heinrich
Heine geschrieben und nebenbei Gedichte derer veröffentlicht.
Mehr sollte
man einfach lesen über den Ikon, der durchaus eine Fangemeinde
hat, auch wenn der eine oder andere Werk-Text Müllers
schwer verständlich ist.
Robert Assmann
Jan-Christoph Hauschild ist 1955 in Rheinland-Pfalz geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften. Nun lebt er als Publizist in Düsseldorf. 1984 promovierte er und wechselte zum Heinrich-Heine-Institut. Er war von 1980-86 wiss. Redakteur der histor.-krit. Heine-Ausgabe.
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